Datenbanken und mehr

24. Juni 2007

Neuer TPC Record für SQL Server 2005

Filed under: Performance, SQL Server — Urs Gehrig @ 22:12

„SQL Server 2005 überschreitet die 1 Million Grenze im TPC-C Benchmark“ und „SQL Server 2005 setzt einen neuen TPC-H Rekord“; dies hat Microsoft vor ein paar wenigen Tagen veröffentlicht. Toll, SQL Server 2005 ist also ein Spitzenprodukt – aber was heisst das nun für unseren Alltag als IT Professional?

Fangen wir von Vorne an. Die Transaction Processing Performance Council (TPC), eine Nonprofit Organisation, wurde gegründet um Hersteller unabhängige Datenbank Performance Vergleichstests zu definieren. TPC Tests sind streng definiert und müssen von den Herstellern selbst durchgeführt werden. TPC übernimmt dabei die Rolle eines unabhängigen Auditors, der die Tests begleitet und die Ergebnisse überprüft. Die Ergebnisse selber werden in einem Bericht zusammengefasst und auf der Website der TPC publiziert (www.tpc.org).

TPC-C ist schlichtweg der Standard Test zur Messung der Performance und Skalierbarkeit von OLTP Systemen. Der durchgespielte Use-Case entspricht einem Bestellsystem in welchem parallel neue Bestellungen erfasst und bestehende abgefragt werden. Gemessen wird die Performance in Transactions per Minute (tpmC).

TPC-H ist ein weiterer Test. Diesmal ist der Use-Case aber an einem OLAP System angelehnt. Hier werden ad-hoc Abfragen parallel zu Datenupdates durchgeführt. Gemessen wird die Performance in Query per Hour (QphH@size). TPC-H Performance wird wesentlich von der Grösse der darunterliegenden Datenmenge bestimmt; daher werden die Tests zu Vergleichszwecken in verschiedene Gruppen (entsprechend der zugrundeliegenden Datenbankgrösse) zusammengefasst. Daher auch das @size.

Genug der Theorie und zurück zur Erfolgsmeldung von Microsoft. Was bedeutet nun mehr als 1 Million tpmC? Ist das viel? Warum soll das so toll sein, wenn Microsoft mit diesem Resultat lediglich an siebter Stelle der Top-10 Rangliste steht und der Spitzenreiter Oracle 10g R2 beinahe 4 mal so viel leistet? Microsofts Testkonfiguration hat sensationelle 1’231’433 tpmC geleistet. Nehmen wir an, dass diese Menge von Bestellungen Mitarbeiter in einem Backoffice erfasst haben, dann ergibt dies bei einer 40 Stunden Woche die schon fast astronomische Zahl von 153’682’838’400 Bestellungen pro Jahr. Im Vergleich dazu: Die Schweizer Luftfahrtgesellschaft SWISS hat im Jahr 2006 gerade mal 10 Millionen Passagiere befördert respektive Ticket verkauft und deren Bestellungen erfasst. Somit lässt sich mit SQL Server 2005 spielend der gesamte Ticketverkauf der SWISS abwickeln; ja wahrscheinlich sogar aller Luftfahrtgesellschaften der grossen weiten Welt zusammen. Genau dies ist die sensationelle Meldung des Tages. Geschehe was will: mein Kunde kann Forderungen bezüglich Skalierbarkeit der Lösung stellen und ich kann beruhigt antworten, dass der SQL Server 2005 dies schon mitmachen wird; Vorausgesetz der Kunde hat das hierfür notwendige Kleingeld. Solch eine Performance hat selbstverständlich seinen Preis. So besteht die Testkonfiguration zum Beispiel aus 64 Prozessoren, 1 TB RAM (ja Terabyte – nicht Gigabyte) sowie ganzen 1’742 Harddisks mit insgesamt 54.8 TB Kapazität. Dass dies auch was kostet, dürfte wohl jedem einleuchten.

Ganz ähnlich verhält es sich auch mit den TPC-H Resultaten. Hier ist SQL Server 2005 in den Kategorie 100 GB (19’323 QpH@1ooGB) und 1’000 GB (69’999QpH@1000GB) gar an Erster Stelle. Was bedeutet aber 69’999QpH@1000GB? Angenommen 1000 Business Analysten arbeiten parallel auf einem 1 TB grossen Datawarehouse, dann muss jeder von Ihnen mehr als 1 ad-hoc Abfrage pro Minute an das System stellen. Und selbstverständlich auch begutachten und bewerten, damit er in der Lage ist die nächste Abfrage zu formulieren und abzusetzen. Auch das dürfte wohl kaum eine praktische Limite für unser Daily Business darstellen.

Langer Rede kurzer Sinn: SQL Server 2005 muss sich nicht verstecken! Es wird kaum ein relevantes Szenario geben, bei welchem der SQL Server punkto Performance nicht mitkommt. In einigen Konstellationen ist der SQL Server 2005 gar die leistungsstärkste und kostengünstigste Lösung.

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